Beta EVO Umlenkhebel

      Beta EVO Umlenkhebel

      Hallo an alle Beta EVO-Fahrer!

      Die Umlenkung an meiner Beta EVO hat sich als störende Schwachstelle herausgestellt. Nach einer kompletten Instandsetzung mit dem Austausch aller Nadellager und Buchsen war bereits nach kürzester Zeit wieder recht viel Spiel in der Hinterradaufhängung.

      Die Hebel setzen an den hinteren Aufnahmen bei der Fahrt auf und verformen sich sehr leicht - trotz Hebelei-Protektor. Die runden Lagersitze für die wartungsintensiven Nadellager werden selbst bei leichterem Aufsetzen gestaucht und aus rund wird oval. An meinen Umlenkhebeln sind dabei sogar die Gehäuse der Nadellager gebrochen! Kein Wunder, denn die Lagersitze der originalen Umlenkhebel haben eine Wandstärke von weniger als 3 mm. Das reicht zwar um der Zug- und Druckbelastung standzuhalten aber leider nicht gegen eine Verformung beim Aufsetzen.

      Deshalb habe ich verstärkte Umlenkhebel konstruiert und dabei gleich die sehr teuren (ca. 10 EUR/Stück), wartungsintensiven und anfälligen Nadellager durch wartungsfreie Gleitlagerbuchsen (ca. 1,50 €/Stück) ersetzt.

      Die Gleitlagerbuchsen haben die Größe 16x18 und sind damit 3 mm kleiner im Außendurchmesser als die originalen Nadellager. Dadurch werden die Lagersitze nochmals etwas steifer.


      Nun bin ich bei der Umsetzung auf Hilfe angewiesen. Hat jemand die Möglichkeit die Hebel/Buchsen/Scheiben herzustellen [gut bezahlt, versteht sich] oder kennt eine gute Adresse für die Herstellung von einem Paar Prototypen?

      Vielleicht ergibt sich ja eine Kleinserie für das Forum, sollten die Teile sich bewähren. Die Hebel sind an allen EVO-Modellen (von 2009 - 2013) lt. Teilekatalogen gleich. Finanzielle Interessen hab ich dabei keine. Gebe die technischen Zeichnungen auf Anfrage auch gern kostenfrei weiter.

      Ein paar Eindrücke:
      Bilder
      • Umlenkung_ExplosionsdarstellungII.jpg

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      • Umlenkung_I.jpg

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      • Umlenkung_II.jpg

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Femilson“ ()

      @Horst
      gibt es Lagerbolzen als Normteile in den passenden Abmaßen?

      Die wären 20,5 mm breit, 16 mm (mögl. Passung f6) im Durchmesser und jeweils mit 8 mm und 10 mm Bohrung. An der Lauffläche mit Oberflächenrauheit Ra 0,8.

      Habe soetwas leider nicht gefunden. Idee für einen Anbieter zur Suche?
      Als Antwort auf eine PN noch folgende Information, die vielleicht auch andere interessiert.

      Die Lager bestehen aus einem simplen Metallring der innen mit einem Kunststoff beschichtet ist (meist PTFE [Teflon] oder ähnliches).Das Spiel zwischen dem Lagerbolzen und dem Gleitlager ist so klein, das kaum Schmutz eindringen kann. Und wenn doch, egal! Normalerweise hält der Lagerbolzen recht lange und nur die Gleitlagerbuchse verschleißt. Dann wird kurz eine neue Lagebuchse eingetrieben (gibts für ca. 15 € im 10er Pack).Man könnte Wellendichtringe anbringen, dann halten die Lager vielleicht etwas länger aber für den Preis von einem Wellendichtring bekommt man auch gleich ein neues Lager, das lohnt sich nicht.Außerdem brauchen die Wellendichtringe auch etwas Platz (ca. 3 mm beideseitig), dann müssten die Lagerbuchsen 6 mm schmäler (14 mm statt 20 mm) sein und darunter leidet dann auch wieder die Haltbarkeit.Es macht also keinen Sinn.Die Lager sind aufgrund der Kunststoffbeschichtung absolut wartungsfrei, kein Fett notwendig.Schau mal in den Teilekatalog von Sherco, da ist an der Umlenkung auch nichts abgedichtet bei der Verwendung von Gleitlagern. (Sherco Teilekatalog)Es ist totaler Blödsinn von Beta noch immer Wälzlager zu verwenden. Die originalen Nadellager an der Beta EVO Umlenkung sind für Drehzahlen bis ca. 15.000 U/min ausgelegt... Dabei drehen sich die Lager der Umlenkung nicht mal komplett, sondern oszillieren nur hin und her mit stark wechselnder aber immer kleinen Drehzahl.
      Langsam bewegt sich etwas. Ich habe endlich einen Kumpel gefunden der demnächst die Umlenkhebel aus Aluminium fräsen wird.

      Nun fehlen aber noch ein paar Buchsen und Distanzscheiben die angefertigt werden müssen. Ich habe inzwischen einen Werkstoff ausgewählt, der eine sehr harte und verschleißfeste Oberfläche hat und außerdem rostfrei ist - X17CrNi16-2 (1.4057). Dieser Werkstoff dürfte allerdings relativ schwer zu zerspanen sein.
      Alternativ würde ich 16MnCr5 wählen, ein sehr gut zu zerspanender Werkstoff. Dann muss im Anschluss eben noch brüniert werden.

      Falls jemand die Möglichkeit hat möglichst bald diese Teile zu fertigen, bitte melden. Genaueres dazu im Anhang.

      Danke!
      Dateien
      Habe das Projekt abgeschlossen und bin inzwischen etwa 5h mit den gleitgelagerten Umlenkhebeln gefahren. Funktioniert bisher sehr gut. Die Schwinge ist nun fast ganz spielfrei. Ich habe auch den Umlenkhebel-Schutz etwas verbessert, dass die Kraft beim Aufprall auf einem Hindernis nicht direkt von außen in die Umlenkhebel sondern in das robustere Zwischenstück geleitet wird. Bei Bedarf kann ich mal Bilder machen.

      Bilder Daten

      Hallo Femilson.
      War lange nicht mehr im Forum.
      Wie hat sich das Projekt entwickelt?
      Funktioniert der Umbau auf Buchsen?
      Kannst Du mal Bilder einstellen?
      Bin nach wie vor interessiert, ebenfalls einen Umbau vor zu nehmen.
      Vielleicht kannst Du mir ja auch eien Zeichnung der Hebel mit den Maßen schicken.


      Danke
      horsttrial

      Neue Beta, neuer Ansatz

      Dieses mal habe ich eine sehr viel einfachere Lösung gesucht um die Umlenkhebel einer Beta EVO mit Gleitlagern auszustatten.
      Die Kosten sind mit ca. 6€ Innenring/ 3€ Gleitlager (Stückpreise) überschaubar.
      Der Aufwand ist kaum größer als der Austausch der originalen Nadellager.

      Für den Umbau wurden Innenringe (finden sonst mit Nadellagern Verwendung) in die originalen Umlenkhebel geklebt. Die Innenringe dienen zum Ausbuchsen der Lagerstellen. Dadurch verkleinert sich der Innendurchmesser von 21 mm auf 17 mm und es können Standard-Gleitlager 15x17x20 in Verbindung mit den originalen Beta Laufbuchsen verwendet werden.
      Das ist insofern nicht ganz optimal, da die Laufbuchsen von Beta 14,92 mm messen, lt. Gleitlagerhersteller jedoch 15,00-14,97 mm gefordert werden. Das Lagerspiel ist in dieser Kombination also um 0,05 mm zu groß.

      Der Einbau und ein Test stehen noch aus. Bei Interesse berichte ich gerne wieder.
      Bilder
      • tmp_9093-IMG_20151029_195738-1235881090.JPG

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      Bronzelager hatte ich schon versucht. Die sind viel zu weich und stützen das in der Tat zu dünne Gehäuse kaum. Da verspreche ich mir in Kombination mit den hochfesten Innenringen schon eine Verbesserung. Der Plastikschutz der neuern Modelle ist außerdem recht wirkungsvoll.
      Was war mit dem Ausreiben gemeint?

      Gleitlager sind wartungsfrei! Über die Haltbarkeit kann ich noch nichts sagen.
      Moin. Ich mag‘s ja kaum wieder rauskamen ... ;) :) ... Gibt‘s denn mittlerweile Erfahrungswerte? Oder erfreuliche Neuigkeiten?

      ich habe gerade mal wieder die Umlenkungen aller Wettbewerbstrialer bei uns in den Fingern - länger as 2 Jahre hält das alles trotz Wartung nicht wirklich befriedigend durch. Da wäre mir nach wie vor eine robuste Alternative höchst willkommen ...

      mit besten Grüßen zum Wochenende...
      LG, STEPHAN!

      “Amal Vergaser kann man nicht einstellen, die kann man nur besprechen„ [max.e.]