Kupplung 4RT: dramatische Verbesserung durch andere Stahlscheiben?

      Kupplung 4RT: dramatische Verbesserung durch andere Stahlscheiben?

      In der letzten Trialsport-Ausgabe werden Kupplungs-Stahlscheiben für die Montesa angeboten, der Text (s.u.) klingt verheißungsvoll. Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt und kann die „dramatische Verbesserung der Kupplungsfunktion“ bestätigen?

      Insbesondere das Einlegen des Leerlaufes bereitet mir enorme Schwierigkeiten, das mache ich mittlerweile fast ausnahmslos mit der Hand, da mir das mit dem Fuß so gut wie nie gelingt. Den Leerlauf mit dem Fuß zu treffen empfinde ich fast wie einen „6er“ im Lotto, dieses ewige „Rumgerühre“ geht schon mächtig auf die Nerven X/ Wenn dieses Problem mit dem „einfachen Wechsel“ der Kupplungsscheiben tatsächlich gelöst werden könnte, wäre das wahrlich ein Segen :saint:

      Trialsport 493, S.39: „...Speziell für die Montesa Cota 4RT, die Repsol Replika und 300RR bietet Stefan Funke einen Satz aus sechs Stück Kupplungs-Stahlscheiben an. Die Scheiben sind aus dem gleichen speziell gehärteten Stahl wie jene der Kupplungen des MotoGP-Werksteams von Aprilia und eliminieren die Hauptkritikpunkte der Serienkupplungen. Die Kupplung trennt damit besser, so dass sich der Leerlauf besser einlegen lässt und wird besser dosierbar. Außerdem rupft die Kupplung damit unter Last nicht mehr und schleppt bei hohen Drehzahlen weniger mit. Insgesamt verbessert sich die Kupplungsfunktion dramatisch, so dass der Preis von 59,95 Euro gerechtfertigt ist...“

      Update 31. Januar 2018 (Umbau Erfahrungsbericht) siehe unten

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      Letzte Woche habe ich mir die Kupplungsscheiben von Stefan Funke bestellt, gestern von Benjamin Kirchner (ehemaliger Wettkampf Kamerad von Stefan Funke) einbauen lassen und heute im Gelände ausgiebig getestet: ein Traum wurde wahr! Die Beschreibung in dem Trialsport Artikel vor 9 Monaten ist keinesfalls übertrieben, es ist tatsächlich eine dramatische Verbesserung! :thumbsup:
      Erstens bekomme ich jetzt endlich problemlos den Leerlauf mit dem Fuß rein und zweitens ist die Dosierbarkeit auf einem völlig anderen Niveau als vorher. Insbesondere in ganz engen Kehren mit schlechtem Grip, wo mit schleifender Kupplung schon die geringste Veränderung am Hebel vorher den Kraftschluss fast ruckartig verändert hat, sodass sofort entweder das Vorderrad wegrutschte oder das Hinterrad durchdrehte, sind jetzt ganz sanfte Veränderungen über einen wesentlich größeren Bereich sehr gut kontrollierbar. Auch wenn man sich im Steilhang aufwärts ganz langsam um ein Hindernis quält und dabei teilweise „in der Kupplung steht“ war vorher die Gefahr sehr groß, das plötzlich wegen der geringsten Veränderung am Hebel der Kraftschluss zum Durchdrehen des Hinterrads führte: Rückwärts, 5 Punkte!
      Das ist nun vorbei, die Kupplung lässt sich über einen wesentlich größeren Bereich schleifen bevor es zum völligen Kraftschluss kommt, so lässt sich der gewünschte Vortrieb wunderbar dosieren. Am gewünschten sofortigen Kraftschluss beim „Kupplung schnalzen lassen“ kann ich keinerlei Unterschied zu vorher feststellen (Stufen, Jap Zap, Wheelie, Lupfen), also wenn gefordert, dann sofort da.

      Auf dem Foto ist zum Vergleich oben eine (bisher benutzte) originale Kupplungsscheibe und unten eine (unbenutzte) von Stefan. Die (originalen) Reibscheiben habe ich nicht gewechselt, da bei ihnen (nach ~ 300 BS) kein nennenswerter Verschleiß vorhanden war. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass laut Handbuch bei der 260er außen 2 Sinter- und innen 4 Papier-Reibscheiben vorgesehen sind, bei der 300er aber außen 4 Sinter- und innen 2 Papier-Reibscheiben. Ich hätte (wenn überhaupt unterschiedlich) das Gegenteil erwartet (wegen dem höheren dynamischen Reibwert der Papier- gegenüber der Sinterbeläge). Offenbar ist die höhere thermische und mechanische Belastung dabei ausschlaggebender.
      Bilder
      • Kupplungsscheiben.jpg

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      • Reibscheiben.jpg

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      Die Scheiben werden explizit für die Cota hergestellt. Im harten Wettkampfeinsatz kann sich schon mal eine Scheibe „verabschieden“, i.d.R. die Äußere. Dass der Pilot dann nicht im Regen steht, sondern nach wenigen Minuten durch einen Wechsel weitermachen kann, dafür sorgt dieser (auf jahrelangen Erfahrungswerten basierende) Ersatz. So die Info vom Hersteller (sinngemäß).
      Wenn es diese speziellen Scheiben bereits am Markt gäbe, bestünde für niemanden eine Notwendigkeit „das Rad neu zu erfinden“ und selbst welche produzieren zu lassen — weder für derzeit Stefan Funke noch seinerzeit Peter Schwarz — bei einem dermaßen mickrigen Nischenmarkt wie dem unsrigen grenzte dies an Schwachsinn.
      Dass Original Honda Kupplungsscheiben für mehrere Honda-Modelle passen mag ja sein (welch ein Wunder!) ... das steht hier aber nicht zur Debatte, sondern es geht hier um die speziellen Scheiben von Funke Trial Service, die den Damaligen von Peter Schwarz gleichen. Und diese sind mitnichten mit irgend etwas anderem baugleich oder werden für irgendwelche Enduros im Sixpack konfektioniert.
      Also: statt Bullshit zu verbreiten lieber Bildungslücke schließen und beim Hersteller informieren, Quellenangaben und Kontakt habe ich oben angegeben ;)