TLR 200 Steuerkettenritzel

      TLR 200 Steuerkettenritzel

      Hallo,

      bei meiner TLR möchte ich die Steuerkette und beide Ritzel erneuern.
      Meine Frage: wie ist das kleine Antriebsritzel auf der Kurbelwelle befestigt
      und gegen Verdrehen gesichert? Wie wird es demontiert?
      Zaghafte Versuche mit einem Abzieher blieben erfolglos, vielleicht war ich zu ängstlich.
      Gehe wie folgt vor :
      Den Abzieher auf das Ritzel auf und vorspannen.
      ​Das Ritzel mittels Heißluft Fön oder Bunsenbrenner anwärmen ( beim Bunsenbrenner aufpassen ! )
      ​Mittels Hartplastikhammer immer wieder leicht auf die Zugschrauben des Abziehers klopfen und die Zugschraube nachziehen.
      ​Den Vorgang solange ( immer zart ) wiederholen, bis das Ritzel von selbst abspringt bzw. sich abziehen lässt.

      ​Wichtig beim Zusammenbau, das Ritzel kalt aufziehen , nicht anwärmen, denn dann kommt es zu der unnötig schweren Demontage .
      Ich hab sowas bisher immer nur in der Presse entfernt, und empfehle dingend, wenn Du es wiederverwenden willst, es KEINESFALLS mit dem Brenner warm zu machen, da man mit dem Brenner an den Zahnspitzen leicht Temperaturen erreicht, die die Oberflächenhärte weitgehend verschwinden lassen. Zieh es kalt ab, und press es kalt wieder drauf. Oder besser noch: Lass es wo es ist, denn ich hatte bisher noch keines auf dem Tisch, wo die Steuerkettenräder wirklich verschlissen gewesen wären, nichtmal nach 100.000km, und weder bei Zahn- noch bei Rollenketten. Kette tauschen, und gut isses.
      Das Kettenrad hat bei der TLR m.W. einen zylindrischen Presssitz, keinen Konischen, und keine Positionierung oder Verdrehsicherung. So um die 5to Pressdruck braucht man schon zur Montage. Die Demontage geht manchmal schwerer.

      Gruß
      Hans

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „verreiber“ ()

      Vielen Dank für Eure Tipps, ich werde mein Vorhaben noch mal
      überdenken aber wahrscheinlich werde ich dann nur die Kette erneuern.
      Ein Verständnisproblem hab ich noch (ist für meine weitere Vorgehensweise
      aber nicht von Bedeutung):
      meiner Meinung nach muß das Ritzel in einer
      genau definierten Position auf der Kurbelwelle sitzen und absolut
      verdrehsicher sein. Ansonsten sind doch keine exakten Steuerzeiten möglich??
      Wenn man das Lager tauschen muss/will, muss das Ritzel natürlich runter, aber das ist das Gleiche wie bei vielen anderen Motoren auch. Man schaue sich genau an, ob das Ritzel bündig gegen den Lagerinnenring, oder mit Abstand zu Letzterem aufgepresst wurde, und finde ggf. mittels Fühlerlehre den Abstand raus. Sinnvollerweise ermittle man die genauen Steuerzeiten/Ventilerhebungskurven vor dem Zerlegen mittels Messuhren und anständig großer Gradscheibe, und schreibe sich das so auf, dass man es auch noch nach Jahren wiederfindet. Sollte das Ritzel nämlich nicht genau aufgepresst werden, ist das dann weniger schlimm, denn man kann mittels angefertigter Langlöcher oder Noniusbohrungen im oberen Steuerkettenrad die Zeiten so genau einstellen, wie sie vom Hersteller vorgesehen waren, oder wie sie der eigenen Fahrweise entgegenkommen. Verdrehsicher ist es übrigens durch die Pressüberdeckung, die ziemlich hoch ist. Man sollte die Hülse deshalb auch nicht trocken, sondern mit einem geeigneten Schmiermittel aufpressen (Talg, Rizinus) damit sie nicht frisst.
      Der Lagerinnenring sollte sich übrigens auf der Welle nicht drehen lassen. Tut er das, ist ein Aufkleben des (neuen) Lagers mittels Lagerkleber lebensrettend für die Kurbelwelle.

      Gruß
      Hans
      O.K. durch Eure Beiträge habe ich einiges dazugelernt. Hatte mir den
      Ritzelwechsel viel unproblematischer vorgestellt und wollte deshalb den
      Nockenwellenantrieb komplett erneuern. Jetzt bleibt das alte Ritzel
      drin und wird vermutlich noch ewig seinen Dienst verrichten.
      Nochmal besten Dank für die "Nachhilfe"