Wheelie-Tipps für einen absoluten Neuling

      Wheelie-Tipps für einen absoluten Neuling

      Hallo Liebe Trial-Gemeinde,

      ich bin neu hier im Forum, sowie auch im Trialsport.

      Habe mir diesen Sommer eine Beta Evo 300 4T gegönnt und fahre seitdem regelmäßig jedes Wochenende 1–2 Stündchen quer durch den Wald meiner Heimat (für mehr Einheiten fehlt mir leider die Zeit).


      Ich habe mich ein paar Mal gefilmt beim Wheelie üben (im Stehen, meist 3. Gang, ohne Kupplung anzulupfen) und würde gerne von den Profis wissen, was ich falsch mache. :huh:

      Gibt es eine Möglichkeit hier Videos hochzuladen oder muss ich diese extern verlinken?

      Mein Hauptproblem ist meiner Meinung nach, dass ich mich noch nicht weit genug an den Kipppunkt heran traue und deswegen enorm verkrampfe – gerade was den rechten Unterarm angeht.

      Dankeschön.

      LG,

      Kriegstjan

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Kriegstjan“ ()

      Moin,vielleicht schreibst du mal was du für Erfahrungen hast.Ob du aus dem BMX,Enduro oder Motocross Bereich kommst.Dann wissen die Experten schon eher wo sie ansetzen müssen.
      Willst du den Trialen oder hast du dir das Teil nur für Wheelies gegönnt?
      Vielleicht ist ein Standort nicht schlecht dann kann man dir noch ein paar Tipps geben wo du trialen kannst ohne das dir die Jäger ne Ladung Schrott in Hintern schießen .
      Besorg dir dieses Buch:
      amazon.com/Wheelyin-king-Doug-Domokos/dp/B00070RUBU


      Danke für den Tipp. Das werde ich machen. ;)

      @Kurt: Ich bin schon seit Jahren begeisterter Motocross/Enduro/Trial-Fan. Mein Vater ist 30 Jahre Enduro gefahren und ich habe ihn früher beim Rennen begeleitet und mir immer schon Motocross/Supercross/Enduro- und Trials-Events angeschaut. Ich hab mir auch gern sein Moped ausgeliehen für besagte Wälder (Husaberg FE 550), aber die Kiste war mir immer schon zu heftig von der Leistung her.

      Eigentlich will ich nur ein bisschen rumfetzen mit der Karre: Balance halten, Stoppies, Wheelies und natürlich irgendwann auch ein paar Hindernisse überwinden. An Wettkämpfen teilnehmen ist nicht geplant. Auf dem Mountainbike fahre ich beispielsweise auch ohne Probleme 200m auf dem Hinterrad und würde das gern auch auf der Trial hinbekommen.

      Ich wohne in Erfurt, komme aber am Wochenende immer in die Heimat zurück nach Saalfeld (Thüringer Wald), um meine Trial auszufahren. :P

      Ich schau mal, dass ich meine ersten Wheelie-Versuche zusammenschneide, bei Youtube hochlade und hier verlinke.

      Danke Euch!
      Hallo,
      wenn du mit dem MTB schon so lange Wheelies fahren kannst, dann hast du das Grundprinzip mit dem Balancepunkt vorn/hinten schon lange verstanden. Auf einem Trialmotorrad finde ich die Lenkkorrekturen für die seitliche Balance mit einem Diagonalreifen hinten selbst bei niedrigem Luftdruck sehr viel direkter und damit "einfacher umzusetzen" als mit den Radialreifen. Ich glaube, dass sich die Reifenlauffläche beim Radialreifen besser am Boden festkrallt und die weiche Reifenflanke die Lenkimpulse teilweise "schluckt", quasi eine Verschränkung von Felge und Reifenaufstandsfläche. Die Lenkkorrekturen müssen entsprechend stärker ausfallen, um dies kompensieren und das zu lernen ist meiner Meinung nach schwieriger als mit den härteren Reifenflanken eines Diagonalreifens (z.B. Pirelli MT43). Davon unbesehen können die Cracks die Wheelies mit jeder Art Reifen fahren...
      Gruß
      Günter
      Hab mir auch mal ein paar Gedanken zum Wheelie Training gemacht!

      Wie Doug Domoros trainiert hat um Wheelie King zu werden weiß ich nicht.

      Sicherlich kann man sich auch Videos ansehen und dann üben..üben……üben……üben…………….üben...………………………….

      Oder man baut das Training auf einzelne Elemente auf. Meine bevorzugte Art.

      Dazu erst einmal etwas Allgemeines:
      Fahrer und Mopped müssen Freunde sein. Nur gemeinsam kann man die Aufgaben bewältigen.
      Mit Gewalt geht es schon mal gar nicht.
      Das Mopped kann nicht sehen und hört auch nix, ist aber sensibel und feinfühlig.
      Aber der Fahrer kann sehen und muss dem Mopped sagen was er vorhat.

      Nun zu den einzelnen Elementen!

      Schritt 1: Grundhaltung

      Langsam auf einer ebenen Fläche fahren, Arme und Beine leicht gebeugt, Körpergewicht auf den Fußrasten und nicht auf dem Lenker abstützen
      oder am Lenker ziehen. „Hände müssen frei sein“

      Sinn der Übung: Damit der Erfolg kein Zufall wird, ist eine gute Grundhaltung die richtige Basis.

      Schritt 2: Gewichtsmittel punkt von Mopped und Fahrer suchen.
      Motor aus, Gang einlegen (Helfer für seitliche Balance nötig)
      Vorderrad auf verschieden hohe Stufen setzen
      Auf des Mopped stellen und das Körpergewicht soweit nach hinten verlagern bis das Vorderrad schwebt
      Verschiedene Höhen ausprobieren (z.B. 50cm, 60cm, 70cm, 80cm usw.)

      Die verschiedenen Höhen häufiger wechseln (bis der Helfer schlapp macht ;) )

      Schritt 3: Gewichtsmittelpunkt suchen und auf Fußposition achten
      Wie Schritt 2
      Füße mittig auf die Fußrasten stellen damit man in den verschiedenen Positionen immer die Fußbremse erreichen kann
      Das Erreichen der Fußbremse ist schon wichtig, falls es später mal zu hoch geht!

      Schritt 4: Anheben des Vorderrades
      Auf ebener Fläche in Grundhaltung mit Standgas im 1. Gang fahren
      Dann Druck auf den Lenker geben
      Sobald die Vorderradgabel ausfedert den Lenker in Richtung Schulter ziehen
      Vorderrad sollte abheben
      Sinn der Übung: Koordination von Federung und ziehen am Lenker

      Schritt 5: Anheben des Vorderrades mit Gasstoß
      Wie Übung 4
      Sobald das Vorderrad abhebt mit einem kurzen aber kräftigen Gasstoß unterstützen
      Vorderrad sollte höher abheben
      Sinn der Übung: Koordination von Federung, Gasstoß und ziehen am Lenker

      Übung 6: Vorderrad gezielt setzen
      Zwei Punkte im Abstand von 3 Meter auf dem Boden markieren
      Im 1. Gang mit Standgas anfahren
      Vorderrad an der 1. Markierung mit Gastoß anheben
      Vorderrad auf der zweiten Markierung absetzen
      Beim Absetzen Körpergewicht nach hinter verlagern, damit die Federung nicht „jammert“
      Sinn der Übung: gezieltes Anheben und Absetzen des Vorderrades

      Übung 7: Vorderrad gezielt anheben und setzen mit Gasstoß ohne schneller zu werden
      Der Gasstoß soll beim Anheben des Vorderrades kurz und kräftig sein
      Gefühlt soll sich das Hinterrad unter Mopped und Fahrer schieben
      * damit man nicht mit Vollgas durch Gelände brausen muss*

      Schritt 8: Abstand der Markierungen vergrößern
      Wie Übung 7 nur mit größeren Abständen
      Den Abstand der Markierungen vergrößern (4 Meter, 5 Meter, 6 Meter usw.)

      Wichtig: Immer hinsehen wohin man fahren will

      Fertig ist der „Wheelie“

      Hoffentlich habe ich nichts vergessen und es ist verständlich :)

      Na denn Happy Wheelie

      Werner
      jede Umdrehung einmal zünden, sonst geht das nicht rund !
      Vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Beschreibung @Twin Power. Werde ich gleich mal testen am Wochenende.
      Ein paar Rückfragen hätte ich allerdings noch zu einigen Punkten. ;)

      • Schritte 2/3

      Wo soll der Helfer das Moped am besten festhalten? Man kann ja theoretisch nach hinten, rechts und links umkippen. Soll der rechte Fuß bei dieser Übung stets auf der Bremse stehen oder reicht es aus, wenn man den Gang einlegt?

      • Schritte 4/5/6

      Bisher habe ich den Wheelie immer bei leichter Steigung geübt. So ist mir das üben damals mit dem Mountainbike auch leichter gefallen. Gut zu wissen, dass man auf gerader Fläche üben sollte. :)
      Ist es wirklich hilfreich mit dem ersten Gang zu üben? Je langsamer, desto unstabiler wird ja das ganze System. Verstehe ich das richtig, dass man die Kupplung überhaupt nicht benutzt, um das Vorderrad hochzubekommen?

      • Schritte 7/8

      Wenn ich versuche möglichst weit auf dem Hinterrad zu fahren (ohne schneller zu werden), muss ich ja schon sehr nahe am Kipppunkt des Motorrads fahren, richtig?

      Liebe Grüße,

      Kriegstjan
      Hallo Kriegstjan

      zu Schritte 2/3: Helfer sollte neben dem Motorrad stehen, jetzt noch mit eingelegtem Gang
      Schritt 2: Gewichtsmittelpunkt von Mopped und Fahrer suchen.
      Motor aus, Gang einlegen (Helfer für seitliche Balance nötig)

      zu Schritte 4/5/6
      Klar kannst Du an einer leichten Steigung üben wenn Du meinst es geht besser
      die Kupplung bringt eher mehr Unruhe ins Motorrad, und Du musst noch einen Punkt mehr bedenken bzw. üben

      zu Schritte 7/8
      Ich persönlich finde es schöner wenn man kontrolliert auf dem Hinterrad fährt
      Im Zweiten oder dritten Gang mit viel Gas wird es schnell mal unkontrolliert

      Na denn viel Spaß am Wochenende, hoffentlich bei schönem Wetter

      Bis denne
      Werner
      jede Umdrehung einmal zünden, sonst geht das nicht rund !